Die Chronik „100 Jahre Sportschwimmen in Zeitz“ kann jetzt gegen eine kleine Gebühr von 10€ erworben werden.

Zusätzlich erstellten wir eine DVD mit fast 300 Fotos aus 100 Jahren Schwimmen von jung bis alt. Kaufpreis 3 €. Einen kurzen Auszug lesen Sie hier.

Folgende Personen stehen mit ihrem Namen für die Entwicklung und die Leistungen des Zeitzer Schwimmsports in erster Reihe:

Rektor Maurer:
Als Schulrat und Gründer des Zeitzer Schwimmvereins hatte Maurer durchgesetzt, den Schwimmunterricht an Schulen obligatorisch einzuführen. Damit war Maurer einer der ersten Schulleiter in Deutschland, die ein solches Vorhaben verwirklichten.

Conrad Sedelmeyer
wurde bekannt als Vater, Förderer und Leiter der großen Zeitzer Schwimmfeste in den 20-er und 30-er Jahren. Selbst war er früher aktiver Schwimmer, dann sportlicher Leiter des zunächst kleinen Zeitzer Schwimmvereins mit dem Ehrgeiz, seine Geburtsstadt durch den Sport in Deutschland bekannt zu machen.

Er war langjähriger Vorsitzender des S.V.Z., Trainer von Ewald Riebschläger, „Hase“Lehmann, Hans Koch, Hans Zierold und Jutta Olbrisch und damit der legendäre Schwimmtrainer der ersten Glanzzeiten der Zeitzer Schwimmer und Springer.
Ihm wurden zum 25. Gründungsjubiläum die Ehrenmitgliedschaft und Ehrennadel verliehen für seine außerordentlichen Verdienste um den S.V.Z.
1937 war er als Vereinsführer, Schriftführer und Kassierer und Schriftleiter der Vereinszeitung und Interessenvertreter des Vereins bei allen Sitzungen und Tagungen sozusagen „Mädchen für alles” im S.V.Z. – aber er hatte einen Verein in einer Geschlossenheit hinter sich, um die ihn ein jeder andere Vereinsführer nur beneiden konnte. Später war er Geschäftsleiter der Redaktion Zeitz der Tageszeitung „Der Neue Weg“, aber er blieb der legendäre Zeitzer Schwimmtrainer.

Sedelmeyer hatte sich nach der Zerstörung der Schwimmhalle eine Zeit lang vom Schwimmsport zurückgezogen, denn „in den paar Sommermonaten lassen sich keine Höchstleistungen herausholen“, und konzentrierte seine Bemühungen und sein Interesse auf den Wiederaufbau der Zeitzer Schwimmhalle. Das wurde ihm von amtlicher Stelle schon für einen Baubeginn 1954 zugesagt. So stellte er sich 1953 gemeinsam mit Ewald Riebschläger der BSG Chemie zur Verfügung, um hier zusammen mit Werner Barth wieder eine Schwimmer- und Springerschule aufzubauen und damit gleich zu beginnen.
Wenn unser Schwimmverein und damit die Stadt Zeitz im deutschen Schwimmsport bis heute einen guten Ruf hat, so geht das in seinen Wurzeln auf das Verdienst von Conrad Sedelmeyer zurück. †1954

Ewald Riebschläger
Vater Riebschläger arbeitete zu dieser Zeit gerade am Schornstein des nahegelegenen Schlachthofes und führte nebenbei einige kleine Maurerarbeiten im Hallenbad durch. Als Entgelt dafür erbat er sich Freikarten für seinen Sohn Ewald und erhielt eine Jahreskarte. Jetzt stand dem täglichen Besuch des Hallenbades nichts mehr im Wege. Mit großem Interesse verfolgte der Junge die Bemühungen der Älteren, bei ihren Sprüngen vom 3-Meter-Brett eine gute Figur zu machen.

„Das kann ich auch, vielleicht sogar besser“ muss er wohl gedacht haben und probierte zunächst ohne jede Anleitung einige Sprünge. Das Ergebnis veranlasste den Schwimmwart, ihm den Beitritt in den Schwimmverein Zeitz „S.V.Z.“ nahezulegen und ab etwa 1916 trainierte er sein für damalige Verhältnisse frühzeitig erkanntes Talent. Bald stellten sich Erfolge ein. 1919 gewann er das erste Jugendspringen in Merseburg. Er nahm in der Jugend-Klasse an allen Schwimmsportveranstaltungen der näheren Umgebung, aber auch in Magdeburg und Berlin teil. 1920 meldete der Zeitzer Verein den 16-jährigen Ewald Riebschläger für das Jugend-Herrenspringen in Hannover, wo es galt, sich in einem Feld von über 30 Teilnehmern zu behaupten. Auf dem Siegerpodest stand der Junge aus Zeitz! In den Erinnerungen an diesen ersten größeren sportlichen Erfolg spricht Ewald Riebschläger von viel Glück, das ihm zu seinem Sieg verholfen hätte. Eine Position gegenüber seinen Konkurrenten, die von Fairneß, Bescheidenheit und Anerkennung der Leistung seiner Gegner zeugt, eine charakterliche Einstellung, der er sein ganzes Leben treu blieb. Nach dem Erfolg in Hannover folgten die nächsten Starts in der zweiten Senioren-Klasse. Um hier zu gewinnen oder zumindest in der Spitze mitzuhalten, genügte Talent allein nicht mehr. Es begann eine sehr harte Trainingszeit, in die zusätzlich seine berufliche Ausbildung zum Elektriker fiel. Zeitz konnte ihm in der Halle ein Training vom Turm nicht bieten. Also ging er dorthin, wo solides Training und handwerkliche Lehre unter einen Hut gebracht werden konnten, das war zu-nächst Crimmitschau und dann Leipzig.

 

Von der Härte der sportlichen Arbeit und den persönlichen Entbehrungen erzählt die nachfolgende Aufstellung seiner wichtigsten nationalen Erfolge nichts, und diese werden allzu leicht übersehen:

1926 Düsseldorf – Vierter im Kunstspringen, Zweiter im Turmspringen; 1927 Hannover – jeweils Zweiter im Kunst- und Turmspringen;
1928 Berlin – Meister im Kunstspringen, Zweiter vom Turm; 1929 Breslau – jeweils Zweiter im Kunst- und Turmspringen;
1930 München – Meister im Kunstspringen, Zweiter vom Turm; 1931 Königsberg – Meister vom Turm, Zweiter im Kunstspringen;
1932 Dresden und ein Jahr später in Weimar Meister im Turmspringen; 1934 Nürnberg – Zweiter vom Turm;
1927 Bologna – Europameister im Kunstspringen und Zweiter vom Turm; 1931 Paris – Europameister im Kunstspringen und Dritter vom Turm

Obwohl es zu dieser Zeit wenig Länderwettkämpfe gab, vertrat Ewald Riebschläger insgesamt fünfmal die deutschen Farben, wurde viermal Sieger, zweimal Zweiter und einmal Dritter. Olympiateilnehmer war Ewald Riebschläger 1928 in Amsterdam. Hier waren bei den Schwimmern die Amerikaner unschlagbar und auch bei den Sprungwettbewerben die unangefochtenen Sieger. Dennoch konnte er sich als bester Europäer mit einem 5. Platz im Turmspringen und einem 6. Platz beim Kunstspringen achtbar schlagen. In allen größeren deutschen Städten und in 12 Ländern Europas hat Ewald Riebschläger sein hohes sportliches Können unter Beweis gestellt.
Absoluter Höhepunkt war ohne Zweifel ein Schauspringen, das am 25. und 26. Juli 1933 die damals weltbesten Kunst- und Turmspringer in Zeitz boten, der 24-jährige Smith aus den USA und der 26-jährige Simaika aus Ägypten.

Welches Ansehen Zeitz im internationalen Schwimmsport hatte, wird dadurch deutlich, dass europäische Stationen der Weltbesten eigentlich nur Paris, Berlin und Bologna sein sollten. Das Springen in Zeitz war eine persönliche Referenz an den großen Sportler Ewald Riebschläger.
Riebschläger zog sich 1933/34 vom Wettkampfsport zurück. Er errang in seiner Sportlerlaufbahn etwa 150 Medaillen, Ehrenpreise und Pokale und konnte sich ins „Goldene Buch der Stadt“ eintragen. Allerdings nahm er später auch im Alter von über 50 Jahren noch gern an Schauspringen teil, jetzt mit gestärkter Figur aber immer mit bestechender Präzision. Eine Gedenktafel zu Ehren von Ewald Riebschläger steht seit 2004 im Zeitzer Sommerbad. †1993
(u.a. Auszüge aus MZ, Günter Braunert)

noch vieles mehr und interessantes könnt ihr in der Chronik „100 Jahre Sportschwimmen in Zeitz“ nachlesen.

WO gibt’s das Buch oder die DVD???

in der Schwimmhalle Montag u. Mittwoch von 14.00 – 20.00 Uhr bei den jeweiligen Trainer oder Zeitz Information, Altmarkt 16 in Zeitz

 buch