Mit 80 Jahren noch aktiv als Turnlehrerin bei SG Chemie Zeitz

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VON ANJA MELIOR

Renate Pisniak wird in diesem Jahr 80 Jahre alt. Sie turnt leidenschaftlich gern und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Seit fast 60 Jahren ist sie ausgebildete Trainerin und hat schon einige Talente aus ihren Reihen hervorgebracht.Solange sie denken kann, turnt Renate Pisniak. Und weil sie diese Sportart so fesselt, bringt sie es auch noch anderen bei. Seit fast 60 Jahren ist sie ausgebildete Trainerin und hat schon einige Talente aus ihren Reihen hervorgebracht. In diesem Jahr feiert sie ihren 80. Geburtstag, aber ans Aufhören denkt sie noch lange nicht.

Viel Geduld beim Training

Ein ganz normaler Donnerstagabend. Renate Pisniak steht in Gymnastikkleidung vor ihrer Mädchen-Turngruppe in der Sporthalle in der Altenburger Straße. Man sollte meinen: oh je, so viele Mädels, das ist sicher ein Hühnerhaufen. Aber nein, kein Gegacker, kein Gekicher. Die Mädchen zwischen sieben und zehn Jahren sitzen ganz gespannt auf einer Bank und warten, dass sie endlich an den Stufenbarren können.

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„So, jetzt bitte jeder einmal einen Abgang üben. Die Kleinen unten und die Großen am oberen Holm“, weist Trainerin Pisniak ihre Schützlinge an. Larissa Dahlke ist an der Reihe und muss die Übung am oberen Holm machen. Ein Versuch klappt nicht so recht in den Augen der wachsamen Trainerin. „Zieh doch mal die Socken aus, dann funktioniert es sicher besser“, motiviert sie Larissa. Und tatsächlich, ohne Strümpfe klappt die Übung bei der Zehnjährigen gleich viel besser. „Frau Pisniak glaubt immer an uns und sie hat auch viel Geduld“, sagt Frances Förster, die seit ihrem siebten Lebensjahr schon turnt. Ihre Freundin Juliane Dietrich fügt hinzu: „Sie ist sehr einfühlsam und erklärt es uns auch immer richtig verständlich, bis es alle wirklich verstanden haben.“

Stolz auf ihre Mannschaft

Renate Pisniak turnt selbst, seitdem sie denken kann, und ist ziemlich stolz auf ihre Mädels: „So eine gute und liebe Truppe hatte ich lange nicht. Die verstehen sich richtig super und man kann gut mit ihnen arbeiten“, sagt sie.

Und dass sie schon mit so einigen Gruppen gearbeitet hat, ist unumstritten. Seit 1956 arbeitet sie schon als Trainerin. Anfangs als Schulsportlehrerin in Droyßig und später in der Paul-Wegmann-Schule am Steinsgraben. Natürlich war sie nicht nur Trainerin, sondern auch als Leistungssportler aktiv. Am liebsten hatte sie selbst den Balken. So einige Titel konnte sie für sich gewinnen. So ging ihre Laufbahn von Dynamo über Chemnitz und Turbine Zeitz, bis sie letztendlich 1982 bei Chemie landete. Bis zu ihrem 64. Lebensjahr war sie als Leistungssportlerin noch aktiv und seitdem ist sie etwas kürzergetreten und macht es nur noch als Freizeitausgleich.

Aktiv ist sie aber nicht nur als Übungsleiterin. Ihre zweite Leidenschaft ist der Karneval. Sie selbst meint, dass Tanz und Turnen so nah beieinander liegen und sie sich unheimlich verbunden damit fühlt. Viele Ihre Turnschüler sind über kurz oder lang im Karnevalsverein gelandet. „Die Grundkenntnisse haben sie fast alle von mir. Tanz baut auf Turnen und der richtigen Haltung auf“, sagt sie stolz.

In diesem Jahr feiert sie nicht nur ihren 80. Geburtstag, sondern auch ihre 50-jährige Mitgliedschaft im Bornitzer Karnevalsverein. Ein erlebnisreiches Jahr steht ihr also bevor. Ans Aufhören denkt Pisniak noch lange nicht. Solange sie kann und ihre Gesundheit es erlaubt, möchte sie Nachwuchssportlern das Turnen schmackhaft machen und ihnen jegliche Angst vor Höhe, Stürzen oder Niederlagen nehmen. (mz)

 MZ-Artikel vom 07.02.2015

 

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